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Montag, 02.04.2007, 19:51
Wie wahr, wie wahr….. Und wisst ihr was das Wichtigste ist, dass diese verdammten Abenteuer zuerst im Kopf sind! Zuerst sollten sie nämlich dort sein, damit man sie dann umsetzen kann. Ich möchte Euch bei dieser Gelegenheit gleich vorwarnen: im „Tipps geben“, wenn andere Probleme haben, bin ich Weltmeister, nur bei meinen eignen sehe ich mich des Öfteren nicht raus…..
Also, im Kopf….. Naja, seit gestern habe ich die Dinge zumindest im Kopf: Umzug zurück nach Wien, Wohnung suchen, Schule suchen für die Kinder (so ich sie überhaupt überzeugen kann, mit mir nach Wien zurückzugehen). Aber alles der Reihe nach: ich lebe seit 18 Jahren im Ausland, habe wegen meines Mannes eine fremde Sprache gelernt, mich an sein Leben angepasst und so langsam mein eigenes Ich verloren. Das habe ich aber natürlich erst sehr langsam bemerkt. Am Anfang war alles mehr als Eitel-Wonne-Sonnenschein. Ich war 17, als ich ihn kennen gelernt habe und es war ein typisches „kam, sah und siegte“-Szenario. Bereits bei unserer ersten Begegnung wusste ich, dass ist der Mann fürs Leben. Nach vier Jahren haben wir geheiratet, nach weiteren sechs Jahren kam mein erster Sohn, nach weiteren 16 Monaten der zweite (bevor jetzt jemand umständlich zum Rechnen anfängt: meine Söhne sind 16 und 15 Jahre alt). Die perfekte Familie war geboren……. Ich war derartig im rose Nebel versunken, dass ich sehr viel gar nicht wahrgenommen habe. Erst so nach und nach habe ich bemerkt, dass das vielleicht doch nicht soooo perfekt ist. Wobei ich dazu sagen muss, dass mein Umfeld bis heute der Meinung ist, dass wir perfekt zueinander passen und dass wir überhaupt die Musterfamilie schlecht hin sind. Kein Mensch weiß natürlich, wie viel Energie mich das kostet und es gibt auch nur ganz Wenige, die überhaupt verstehen, worüber ich rede. Mein Mann trinkt nicht, hat (zumindest weiß ich nichts davon) keine anderen Frauen, schlägt uns nicht und ist ein nahezu perfekter Vater. „Was willst Du mehr“, fragen mich einige meiner so genannten Freundinnen. Nun, eine ganze Menge: Ansprache, Verständnis, Austausch, Anerkennung, „sich mit mir auseinandersetzen“, zuhören. Kommt das bitte irgendjemandem bekannt vor, oder bin ich wirklich allein auf der Welt mit diesen Ansprüchen. Es kann doch nicht genügen, dass ein Partner „gut“ zu einem ist, oder?!?!? Ich selbst habe mir jahrelang Vorwürfe gemacht, weil ich doch eigentlich zufrieden sein könnte und es nicht bin. Es kann doch bitte einem anderen Menschen nicht angerechnet werden, wenn er NICHT brutal ist, NICHT betrügt und NICHT das Geld versäuft. Das sind für mich eigentlich Voraussetzungen, dass eine Partnerschaft überhaupt in Erwägung gezogen wird, oder? Seit wir uns kennen gelernt habe, habe ich mich sehr verändert, ob das jetzt positiv oder negativ ist, bleibt dahingestellt, aber ich bin der Meinung, dass wir auf dieser Welt sind, um zu lernen und das zieht eine Veränderung in jedem Fall nach sich. Mein Mann ist heute noch so, wie vor 26 Jahren. In seiner Meinung, in seinem Verhalten, in seiner Sprache, in seinen Interessen, einfach in allem. Er ist übrigens gleich alt wie ich, man kann also auch nicht davon sprechen, dass er halt einfach eine andere Generation ist. Die Entscheidung, dass ich in seine Heimat ziehe und nicht er nach Wien, ist rückwirkend betrachtet, eigentlich auch typisch für ihn: nur keine Veränderungen. Ich muss dazu sagen, dass dieses Ausland nicht sooo weit weg ist, aber es ist eine komplett andere Sprache und damit verbunden auch eine andere Kultur. Der Wechsel in dieses neue Leben war ein langsamer. Ich hatte noch zwei Jahre Handelsakademie fertig zu machen und habe danach auch noch fast 8 Jahre in Wien gearbeitet. Sehr zum Missfallen meines Schwiegervaters, der mich gerne nach der Matura als Mutter seiner Enkelkinder zu Hause bei Mann und Kindern gesehen hätte (aber das ist ein eigenes Kapitel). Wir haben also sehr lange eine Wochenendbeziehung geführt, was natürlich unsere Liebe frisch gehalten hat. Keine Zeit für das übliche Socken-Zahnpastatuben-Duschvorhang-Gezetere, dazu war uns die Zeit immer zu schade. Auch als ich schließlich schwanger wurde und ganz zu ihm gezogen bin, hat die Innigkeit unserer Beziehung für mich sehr lange noch angehalten, nur irgendwann war dann der rosa Nebel aufgestiegen und übrig geblieben sind all die Dinge, die immer schon da waren, die ich nur nicht gesehen habe oder sehen wollte. Und diese Dinge kommen mir nun schon seit einigen Jahren wir unter einem Mikroskop vor, ich sehe sie derartig groß und dominierend, dass ich sie einfach nicht mehr wegdiskutieren kann. (ich meine wenn ich mit MIR diskutiere, weil alles andere ist ein Monolog, d.h. ich halte meinem Mann einen Vortrag, eine Bergpredigt oder wie immer man das nennen will, wenn ich so alle zwei drei Monate einen Anfall bekomme und die üblichen Dinge zur Sprache bringe..). Bitte sagt mir, dass ich nicht verrückt bin, sondern dass auch manche von Euch diese „hohen“ Ansprüche haben und sich nicht damit begnügen, dass ein laues Lüfterl durchs Leben weht. Hin und wieder ein stürmischer Tag wäre angebracht, oder?


 
oh wie wahr!!!
was wären wir ohne wünsche, ansprüche oder träume??? ich für meinen teil erwarte mir in der partnerschaft immer zu viel (meiner ansicht nach nicht), denn veränderungen, weiterentwicklungen halten die beziehung jung. ich denk mir immer: eigentlich müsste er doch auf draufkommen, aber vergiss es, wenn ich ihn nach vielen überlegungen darauf anspreche, warum er keine diskussionen führen will, werde ich auch nicht gescheiter....vergiss es, belohne dich jeden tag für deine aufopferungen.

lg
backstage
 
SEHR RICHTIG
hallo,

also ich kann dir sagen dass ich genau so einen mann auch hatte. HATTE! ich meine damit meinen ex mann...:-) wir haben uns auch schon früh kennen gelernt, es war auch alles in ordnung... wir haben dann zwei prächtige wunschkinder bekommen. wobei ich dazu sagen muss, ehrlicherweise hat das erwachen dann bei mir schon während der schwangerschaft mit dem 2 kind begonnen. wir hatten natürlich auch di perfekte beziehung...nach außen...
kurzum: er ist einfach geistig soooo stehen geblieben und das war sooo langweilig und soooo mühsam.
ich bin mitlerweile seit 7 jahren sseeeehhhrrr glücklich mit meinem jetzigen partner. weißt wieso? er entwickelt sich auch ständig weiter, hat ziele, hoffnungen, träume und möchte etwas erreichen. das sind nur einige punkte die wir gemeinsam haben und genau deshalb ist es so toll.
also ganz ehrlich, ich versteh was du meinst...

lg together
 
mir ging's ebenso...
trennte mich von meinem perfekten Ehemann. Der beste den es geben kann. Hab ihn mit 15 kennen gelernt, mit 20 geheiratet, mit 22 das 1. Kind usw. Ich wollte das alles selbst und bereue diese Zeit auch keineswegs. Allein schon wegen meiner tollen Kinder. Doch mein Mann ist auch irgendwann stehen geblieben in seiner Entwicklung und ich bekam Lust auf Veränderung, Neues, Erfahrungen... Da konnte er nicht mit. Er war lieb und hat mich ausgelassen, ich suchte Erfahrungen, fand mich selbst und bin gegangen. Was keiner verstanden hat. Heute, 7 Jahre später, bin ich um viele Erfahrungen reicher, habe mehr erlebt als in meinen Jahren zwischen 15 und 30 (außer meinen Kindern natürlich) und weiß wer ich bin und was ICH will.
Meine Trennung war kein Fehler sondern die Tür in mein eigenes Leben!
  • alive,
  • 2007.04.02, 20:45
 
Auf unsere Ansprüche
Die Geschichte könnte von mir sein. Ich habe mich weiter entwickelt, er ist stehen geblieben. Nur hat er mich nicht gehen lassen, dazu war er zu feig. Er hat mich betrogen, bis ich draufgekommen bin. Dann bin ich gegangen und bin jeden Tag froh darüber.

Ganz im Gegenteil. Ich habe zu mir gefunden und bin jetzt eine gefestigtere Persönlichkeit als in all den Jahren meiner Ehe.

Er war immer nett, lieb und großzügig. Aber er hat mich nie unterstützt, hat mich nie verstanden und nie gefördert. Nur ein Beispiel: er hat kein Wort darüber verloren, dass ich aufgrund unserer beiden Kinder kurz vor meiner Diplomarbeit mein Studium abgebrochen habe. Wäre das umgekehrt gewesen, dann hätte ich ihm aber so den Marsch geblasen...

Ich wünsche dir viel Glück in deinem neuen Leben. Es hört sich so an, als ob du diese Entscheidung nicht bereuen wirst, so wie ich meine nie bereut habe.
 
Anspüche?
Gibt es daß wirklich, daß man sich hier in so vielen Texten wiedererkennt? Suchen wir alle nach dem selben und nur wenige scheinen es zu finden? Ich mache mir die gleichen Gedanken über meinen Mann und meine Ehe und denke mir sei nicht undankbar, was willst Du und wieso bist Du nicht zufrieden? Frauen die in Frauenhäuser flüchten müssen wären glücklich an meiner Stelle zu sein. Und doch ist es so, daß ich das Gefühl habe ausbrechen zu müssen, nur weiß ich noch nicht wie. Es macht mir einfach Angst alleine alles zu schaffen und meine Kinder sind noch klein und lieben ihren Papa und er sie. Habe ich da das Recht das alles zu zerstören? Ich wünschte mir so sehr die gute Fee mit ihrem Zauberstab könnte mir helfen aber diese Lösung ist sicher die Unwahrscheinlichste. Ich weiß es jetzt schon, daß die ganze Welt um mich herum es nicht verstehen wird sollte ich mich von meinem Mann trennen, da er auf alle als perfekter Vater wirkt und netter Mensch der viel für seine Familie tut. Verlange ich zuviel vom Leben? Ich bin es halt einfach leid seit Jahren der Motor der Beziehung zu sein und seit mein Motor reduziert ist, ist die Beziehung im auslaufen.
Vielleicht ist auch das mit ein Grund warum andere Dinge in meinem Leben wieder so wichtig geworden sind.
Egal wie es dazu kommt ich wünsche Dir viele schöne stürmische Tage noch und den Mut und die Kraft die Flaute in welcher Art und Weise auch immer zu durchbrechen.
Alles Liebe Emma
  • emma1,
  • 2007.04.03, 00:00